60 Prozent der Beschäftigten würden gern Coworking Spaces nutzen - Kreis Coesfeld legt Umfrageergebnisse vor

In Coworking Spaces teilen sich Beschäftigte und Selbstständige aus verschiedenen Unternehmen und Branchen ein Gemeinschaftsbüro (Bildquelle: WESLINK GmbH).
In Coworking Spaces teilen sich Beschäftigte und Selbstständige aus verschiedenen Unternehmen und Branchen ein Gemeinschaftsbüro (Bildquelle: WESLINK GmbH).

Wichtige Erkenntnisse zur Nutzung von Coworking-Angeboten im Münsterland liefern die Ergebnisse einer Online-Umfrage, die der Kreis Coesfeld im Rahmen des Modellvorhabens „Smarte.Land.Regionen“ vorgenommen hat. Rund 325 Arbeitnehmende machten unter anderem Angaben zur ihrem Pendelverhalten, ihrer Homeoffice-Situation und ihren Erwartungen an einen Coworking Space – also an ein Gemeinschaftsbüro, in dem Arbeitsplätze flexibel angemietet werden können.

 

Zunächst einmal freut uns, dass knapp 30 Prozent der Teilnehmenden das recht umfangreiche Angebot an Coworking Spaces im Münsterland bereits kennen. Das zeigt, dass wir mit unseren Bemühungen, das bestehende Angebot bekannter zu machen, zwar schon einiges erreicht haben, es aber noch viel zu tun gibt, erklärt Mathias Raabe, Leiter der Kreisentwicklung des Kreises Coesfeld.

 

Die Umfrage belegt auch, dass bereits zwar rund 80 Prozent der Homeoffice-Nutzenden einen bis vier Tage in der Woche von Zuhause aus arbeiten, ein Drittel jedoch über keinen gut ausgestatteten, separaten Arbeitsraum verfügt, sondern seiner Tätigkeit in einem mehrfach genutzten Raum wie Wohn- oder Schlafzimmer oder am Küchentisch nachgeht. Dem gegenüber legen 92 Prozent der Teilnehmenden jedoch Wert auf eine ergonomische Büroausstattung – ein Merkmal, das in vielen Coworking Spaces zur Standardausstattung gehört.

 

Die Frage nach der Häufigkeit einer Coworking Space-Nutzung beantworteten rund 60 Prozent damit, dass sie gern zwischen einem und drei Tagen in der Woche dort arbeiten würden; die Hälfte der Teilnehmenden zieht dann das Einzelbüro einem Platz in einem offenen Bereich vor, der von mehreren Personen gleichzeitig genutzt wird. Auch eine gute Erreichbarkeit der Spaces hat eine hohe Priorität: So würden etwa 75 Prozent einen Coworking Space nutzen, wenn dieser in weniger als zehn Minuten erreicht werden kann. Dies wäre eine deutliche Verkürzung des Arbeitsweges, da 65 Prozent der Teilnehmenden angeben, derzeit zwischen 15 und 45 Minuten zur Arbeit zu pendeln. Hierfür nutzen 63 Prozent den eigenen PKW, 19 Prozent steigen auf das Fahrrad, und acht Prozent entscheiden sich für den ÖPNV. Durch die Verlagerung der Tätigkeit in einen Coworking Space könnten Personen mit langen Pendelwegen demnach Zeit, Kosten und CO2 einsparen, betont Inga Stumpp von der Prognos AG, die im Rahmen der Prozessbegleitung des Modellvorhabens „Smarte.Land.Regionen“ die Umfrage gemeinsam mit dem Kreis Coesfeld vornahm.

 

Die Ergebnisse sind für uns sehr interessant, denn sie zeigen, dass es im Münsterland durchaus Potenzial für diese neue Arbeitsform gibt. Sie geben ein gutes Stimmungsbild ab, aus dem sowohl Betreiberinnen und Betreiber von Coworking Spaces als auch Arbeitgebende die Bedarfe der Arbeitnehmenden ableiten können, resümiert Patrick Klumpe, Projektmanager „Smarte.Land.Regionen“ beim Kreis – und ergänzt: Mit diesen Erkenntnissen werden wir weiterhin daran arbeiten, das Coworking-Konzept in unserer Region bekannter zu machen und Arbeitnehmende wie Arbeitgebende für dieses neue Arbeitsmodell zu gewinnen. Die Umfrageergebnisse können auf der Projektwebsite unter www.kreis-coesfeld-digital.de/coworking-im-münsterland eingesehen werden.

 

Das Modellvorhaben „Smarte.Land.Regionen“ ist eine Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des „Bundesprogramms Ländliche Entwicklung“ (BULE). Das Ziel von „Smarte.Land.Regionen“ ist die Entwicklung, Erforschung und Erprobung einer öffentlichen digitalen Infrastruktur, wodurch ländlich geprägte Regionen ihre Gemeinwohlaufgaben besser wahrnehmen können. Im Kreis Coesfeld sollen – gemeinsam mit Unternehmen – mehr mobiles Arbeiten und Coworking ermöglicht, aber auch neue nachhaltige und digitalgestützte Arbeitskulturen etabliert werden. Weitere Informationen finden sich auf: www.kreis-coesfeld-digital.de.

 

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